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Geschichten zum Nachdenken / Kolumne


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13.10.2014

KW 39-40 Über die Unsinnigkeit der Sorgen

Über die Unsinnigkeit der Sorgen
Am heutigen Tag möchte ich, aus gegebenem Anlass (und machen wir uns nichts vor, der Anlass für solche Gedanken ist jeden Tag gegeben), ein wenig über die Natur der Sorgen sinnieren.
Also finden Sie an dieser Stelle diesmal keine Geschichte, sondern einfach ein paar meiner Gedanken zu diesem Thema. Lassen Sie sich mitnehmen... und wer weiß, vielleicht werden auch Sie, auf dieser Grundlage, in Zukunft etwas anders mit Ihren Sorgen umgehen.

Beginnen möchte ich mit einen Zitat von Jean Paul Sartre:
"Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht."
Jean Paul Sartre

Na klar, jeder Mensch sorgt sich jeden Tag bezüglich ganz unterschiedlicher Dinge. Und natürlich können Sie sich dem auch nicht völlig entziehen. Aber welche dieser Sorgen sind tatsächlich begründet? Welche sind vielleicht nur Teil eines fiktiven Worst-Case-Szenarios? Und welche sind evtl. nur anerzogene Sorgen, die für unser eigenes Leben gar keine Bewandtnis haben? Haben Sie schon jemals versucht Ihre Sorgen auf diese Art und Weise zu differenzieren?
Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir zugeben, dass ein erheblicher Teil unserer Sorgen selbsterwählte Sorgen sind. Wir haben diese Sorgen in gewisser Weise freiwillig. Das Problem ist nur, dass Sorgen uns in der Regel schwächen.
Ich will Ihnen in diesem Zusammenhang ein weiteres Zitat an die Hand geben:
"Wer sich nachts zu lange mit den Problemen von morgen beschäftigt, ist am nächsten Tag zu müde, sie zu lösen."
Rainer Haak
Oder anders formuliert:
"Sorgen leert das Morgen nicht von seinen Problemen. Es leert das Heute von seinen Stärken."
Corrie Ten Boom

Sorgen führen nicht selten zu Schlafstörungen. Doch Schlaf ist sehr wichtig für uns, denn ohne ihn erleiden wir einen sukzessiven Verlust unserer kognitiven Fähigkeiten... und damit die Fähigkeit, die wirklichen Probleme die vor uns liegen angemessen bewältigen zu können... was zu neuen Sorgen führt. Sie erkennen den Teufelskreis. Sorgen blockieren unsere Fähigkeit zur Kreativität und zur intuitiven Problemlösung. Sorgen belasten unser Gemüt und nehmen uns die Freude, uns auf neue, unbekannte Dinge einzulassen und verwehren uns somit die Möglichkeit uns selbst zu entdecken und zu wachsen.
Wie schon gesagt, jeder Mensch hat Sorgen und ich will auch gar nicht abstreiten, dass manche davon auch wirklich begründet sein mögen. Aber wie viele sind eben nicht realistisch begründbar?
"Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen."
Sven Hedin
Wieder ein Zitat. Eines, das wahrscheinlich jeder von uns so unterschreiben könnte.
Wir müssen uns bewusst machen, dass wir viele unserer Ängste und Sorgen nicht etwa haben, weil wir etwas erlebt haben, das uns genau diese Angst gelehrt hat. Sondern viele unserer Sorgen wurden uns quasi mitgegeben, schon als Kind. Und je älter wir wurden, desto mehr haben wir diese Sorgen gepflegt, sie geschürt, sie trainiert... bis sie letztlich Teil unserer Persönlichkeit wurden. Natürlich haben die Menschen, die uns diese Sorgen mitgegeben haben, in aller besten Absichten gehandelt. Sie wollten uns beschützen. Und vielleicht haben auch sie diese Sorgen schon von jemand anderem mit auf den Weg bekommen.
Doch Fakt ist, dass Sie ihre Gedanken selbst und vollkommen frei wählen können. Das bedarf nichts weiter als einen Prozess der Bewusstmachung über die eigenen Gedanken.
Wenn ich mich also Sorge, dann mag der erste Impuls zwar aus einem unbewussten Verhaltensmuster heraus geschehen, aber wenn ich mich auf diese Gedanken einlasse, dann treffe ich in genau diesem Moment die Entscheidung diese Gedanken und die dazugehörigen Gefühle zu haben.
Werden Sie also zum Steuermann Ihrer Gedanken!
Fragen Sie sich in solchen Momenten: "Was könnte denn schlimmstenfalls schon passieren?"
In den meisten Fällen wird uns dann bewusst: "So ein großes Drama wäre das gar nicht!" Die Sorgen hingegen, die wir uns im Vorfeld machen, erzeugen Stress. Und ohne allzu weit auszuholen: Stress ist in den meisten Fällen wirklich ungesund... vor allem wenn er über einen längeren Zeitraum anhält oder immer wieder auftritt!
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit also auf die positiven Gedanken, das wird Sie wesentlich weiter bringen und ist außerdem gesünder.
Oder, um es mit anderen Worten zu sagen:
"Du hast die Wahl. Du kannst dir Sorgen machen, bis du davon tot umfällst. Oder du kannst es vorziehen, das bisschen Ungewissheit zu genießen."
Norman Mailer

In diesem Sinne: Machen Sie's gut und immer schön locker bleiben ;-)
Ihr Andreas Lorenz

 Alognos - Story der Woche KW 39-40 - Über die Unsinnigkeit der Sorgen.docx


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